Home

Der Jakobsweg, auch bekannt als Camino de Santiago, ist ein uraltes Streckennetz von Pilgerwegen durch ganz Europe, alle mit Santiago de Compostela als Ziel. Die Legende des heiligen Jakobus, die dem Jakobsweg zugrunde liegt, wurde im 8. Jahrhundert nach Christus von Koenig Alfonso II aufgegriffen und zum Vorteil seines Reiches eingesetzt. Anfangs beschränkte sich das Einzugsgebiet auf Nordwest Spanien, doch schon bald kamen Pilger aus ganz Europa. In den späten 90er Jahren des 20. Jahrhunderts gab es einen drastischen Aufschwung der Pilgerzahlen. Auf einmal pilgerten Zehntausende, dann Hunderttausende zum heiligen Grab des Apostels.

carnet1

Die meisten Pilger sind wohl auf der Standardroute, dem Camino Frances unterwegs. Von Saint John Pied de Port in den Pyrenäen bis nach Santiago de Compostela erstreckt sich dieser knapp 800km durch Nordspanien. Im Durchschnitt benötigen Pilger drei bis fünf Wochen um die gesamte Strecke zu bewältigen.

Hier auf dieser Seite findest du alle Information die du zur Vorbereitung brauchst und ein paar nützliche Tips.

2 Gedanken zu “Home

  1. April 2017
    Rückblick Jakobsweg, CAMINO FRANCE´S
    !!! Mein Weg, meine Gedanken, meine Gefühle !!!

    Zuerst möchte ich mich bei meinem Freund Andy, meinem Schwager Freund Martin, meiner Schwester Rosi sowie bei meinen Kindern Jolie und Nathalie für die mentale Unterstützung & Vorbereitung sowie dem grandiosen Empfang am Ostersonntag bei meiner Ankunft zuhause bedanken.

    Entschuldigen möchte ich mich bei den Leuten, die ich in den letzten Monaten enttäuscht und verletzt habe, und denen ich nicht immer die Wahrheit gesagt habe.
    Die letzten 3-4 Jahre ist sehr viel passiert und waren sehr exzessiv, privat & beruflich, möchte hier jedoch nicht näher drauf eingehen (Privatsphäre).
    Im nachhinein, war es das zweitwichtigste Ereignis in meinem Leben, nach der Geburt unserer Kinder Nathalie und Jolie !!!

    „Mein Weg“, war der letzte Ausweg, Martin überzeugte und ermutigte mich diesen schweren Weg zugehen.

    Der Flug nach Biarritz war schnell gebucht, 11.04.17 ab Brüssel, 4 Wochen Vorbereitung sollten reichen. Die Karneval Session lag noch dazwischen. Je näher der Tag kam je unruhiger wurde ich, eine Woche vorher kam sogar Angst hoch, soll ich wirklich? Komm ich überhaupt wieder, wenn ja wie?
    Andy der bis zur letzten Minute bei mir war, wich nicht von meiner Seite, sowie Martin der mich immer wieder ermunterte. Beide gaben mir die Kraft meinen Weg zu gehen.
    Ohne Smartphone, E-Mail, FB, What´s App, sondern nur mit einem alten Klapp Handy, dessen Nummer nur vertraute Personen für den absoluten Notfall hatten, hob ich am 11.04.17 Richtung Frankreich ab.
    Über 900 km lagen vor mir, ich wusste nicht wirklich worauf ich mich da eingelassen habe.

    Die ersten Tage vergingen sehr schnell, schöne Natur, wunderbare Landschaft durch die Pyrenäen. Sehr sportliche Steigungen bis auf 1.500 m, was am Anfang eine körperliche Herausforderung war. Man traf Unterwegs Menschen aus aller Welt: Amerika, Canada, Mexiko, Peru, Dänemark, Belgien, Niederlanden, Italien, Sardinien, St. Petersburg, Australien, China, Korea. Es war unglaublich, man konnte sich mit allen unterhalten.
    Man hat sich sogar mit einigen angefreundet, aber ich durfte nicht vergessen warum ich hier bin , nicht um Leute kennen zu lernen , sondern mich Marco ! Die ersten Tagesetappen lagen so zwischen 28 km – 34 km je nach Tagesverfassung. Die Landschaft veränderte sich fast täglich sowie meine physische und psychische Verfassung. Nach einer Woche stellte ich mir die Frage: was mache ich hier eigentlich ???
    Stundenlang und Kilometer weit gehe ich hier alleine mit meinem 8 kg Rucksack und meiner seelischen Last auf meinen Schultern durch Nordspanien und mache mir Gedanken über die letzten Jahre. Die Gedanken wiederholten und wiederholten sich, jetzt war die mentale Stärke gefragt, darauf war ich nicht so gut vorbereitet.
    Ich ging und ging, machte mir Gedanken und ging weiter, Unterwegs sich einfach auf eine Wiese legen oder sich in eine Kirche setzen, und die Gefühle welche immer öfter kamen einfach freien lauf lassen. Angst, Heimweh, meine Kids, die Tränen kullerten einfach. Ich war dabei, in mich rein zu hören, und es tat mir gut, meine Gefühle und mich kennen zu lernen.

    Je näher ich auf Santiago zu lief wurde die mentale Situation schwieriger, keine vertraute Person nur ich und meine Gedanken und meine Gefühle,……
    Ich war Zeitweise erschrocken was man über sich erfährt wenn man Zeit dazu hat. Ich genoss es sogar, mittlerweile die absolute Ruhe zu haben und mich mit mir und meine Gedanken auseinander zu setzen. Ich habe die Angst verloren Gefühle zu zeigen.

    Die Etappe am 31.03.17, war eine ganz besondere, es ging am „Cruz de Ferro“ vorbei. An diesem Ort legen seit Jahrhunderten die Pilger am Kreuz einen mitgebrachten Stein von Zuhause nieder Es ist das Symbolische ablegen einer Seelenlast. Jolie & Nathalie gaben mir vor der Abreise einen bemalten Stein mit Ihren Namen mit um diesen dort ab zu legen. Silke hatte an diesem besonderen Tag auch noch Geburtstag, Happy Birthday. Für engvertraute hinterließ ich auch noch einige Grüße.

    Das Gebet des Cruz de Ferro lautet: „ „Herr, möge dieser Stein, Symbol für mein Bemühen auf meiner Pilgerschaft, den ich zu Füßen des Kreuzes des Erlösers niederlege, dereinst, wenn über die Taten meines Lebens gerichtet wird, die Waagschale zugunsten meiner guten Taten senken. So möge es sein.“

    Am Freitag den 07.04.17 gegen 10:00 Uhr war aus der Ferne die Kathedrale von Santiago zusehen. Ich habe kurz vorher noch mit meinem Schwager Freund Martin telefoniert, konnte jedoch kein Wort sprechen da ich komplett fertig war , weinte und keinen Ton sagen konnte.
    800 harte Kilometer, in Worten, „achthundert“, lagen hinter mir.
    Ich war froh das Umberto aus Milano bei mir war, ihn hatte ich 3 Tage vorher in Portomarin kennengelernt. Der Platz, die Kathedrale , jaaaaaaaa ich war da habe es echt geschafft. (ein Zwischenziel).
    Mein Motto war und ist: „der Weg ist das Ziel“.
    Ich war trotzdem überglücklich in Santiago de Compostela angekommen zu sein.

    Vom Wetter her war alles dabei , Regen, Sturm, ja sogar Schnee, die meiste Zeit jedoch angenehme 18 – 22 Grad, in den letzten beiden Wochen 28 – 33 Grad. Die Unterkünfte waren sehr unterschiedlich, die öffentlichen Municipal Herbergen für 5,00 € sehr dürftig, kaltes Wasser, keine Heizung, 20 – 40 Doppelbetten in einem Raum. Es waren auch schöne Herbergen / Hostel dabei, da zahlt man zwischen 8,00 und 10,00 €, diese wurden privat geführt.
    Hauptnahrungsmittel waren Bananen sowie Apfelsinen, natürlich täglich ein leckeres Peregrino Menü für 5,00 €, Suppe, Nudeln und einen Pudding oder Obst als Nachtisch, der Rotwein durfte nicht fehlen. Da ich ein Camelback( 2 Liter) dabei hatte habe ich täglich zwischen 4 und 7 Liter Wasser , angereichert mit Vitaminen oder Magnesium getrunken. Kalorien Verbrauch täglich zwischen 6.000 K/cal und 9.000 K/cal.

    Nach zwei Tagen Erholung ging es nochmal ca. 86 km weiter nach Finisterre (lat. FinisTerrae) ans Ende der Welt weiter.
    Am vorletzten Tag wanderte ich meine längste Etappe von 55 km wo ich jeden einzelnen von genossen habe. Das bei 33 Grad ! Ich freute mich auf den unglaublichen Sonnenuntergang am Leuchtturm.
    Am Dienstag den 11.04 war ich am wunderschönen
    2 Kilometer langen Sandstrand von Finisterre. Ein Ort mit einer ganz eigenen Magie. Ich genoss den Tag am Strand und die absolute Ruhe, ich alleine am Strand, ja es ging, ich habe es gelernt und ich kann es jetzt genießen.

    Natürlich machte ich auch von der alten Tradition gebrauch. Martin schrieb mir noch das musst du unbedingt machen:
    Bad im Meer, getragene Kleidung verbrennen, Sonnenuntergang betrachten. Das Ritual verspricht am nächsten Tag als neuer Mensch zu erwachen.
    Das letztere brauchte ich nicht, das war ich bereits, durch die letzten Wochen wo ich mich mit mir selber beschäftigt habe. Es war trotzdem sehr sehr emotional, die letzten 900 km gingen mir durch den Kopf, und ich wollte und konnte mich nicht beherrschen, Glückstränen, Freudentränen, Erschöpfung, alles kam zusammen. Ich blickte ins Feuer:
    Ja , Marco ja, es war genau das was Du gebraucht hast. Den Weg , die Zeit, die Ruhe, sich mit sich selber zu beschäftigen Tag für Tag, Kilometer für Kilometer zu dir zu finden.
    Ich kenne mich jetzt richtig, verdammt gut und kann sagen,…………..

    es lohnt sich diesen Weg zugehen, jeden einzelnen Gottverdammten Kilometer, ob man Probleme hat oder nicht.
    Der Alltag lässt es leider nicht zu, sich so intensiv kennen zu lernen, und Gedanken zu machen!

    Bedanken möchte ich mich bei den wunderbaren Menschen, die ich unterwegs kennen lernen durfte und die mich auf den Weg begleitet haben. Hector (Mexico), Boti (Ungarn), Gian Poulo pinto GP (Sardinien), Maria ( St. Petersburg), Dave (USA Wyoming), Ole (USA Menisowta).Es haben sich sogar Freundschaften entwickelt , Phillip vom Bodensee, Umberto aus Milano, Ute aus Duisburg, einfach super Typen.!!!

    Jetzt gillt es das Erlernte sowie die Erfahrungen, welche ich gesammelt habe in den Alltag zu intigrieren und mir auch hier Ruhephasen und Pausen zu gönnen. Es wird mir gelingen !!!

    Als Eindruck noch einige von den 2.500 Bilder, die ich auf dem ganzen Weg gemacht habe.
    Es war nicht einfach, die letzten Wochen so knapp zusammen zu fassen. Ich hoffe dass sich so einiges wieder spiegeln konnte.

    Ich hoffe das Ihr Spass hattet , Meinen WEG, zu lesen.

    Buen Camino,
    hasta luega, Peregrino Marco

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s